Das Gegenteil von Coolness

Schiller ist ein Spezialist für stimmungsvoll-sphärische Sounds

Schiller wurde 1998 in Hamburg gegründet. Das Album »Weltreise« stieg 2001 von 0 auf 1 in die deutschen Charts ein und schaffte es, den perfekten Bogen zwischen Clubsounds und Radiokompatibilität herzustellen. Im letzten Jahr trennte sich Christopher von Deylen von seinem Partner Mirko von Schlieffen und veröffentlichte das nicht minder erfolgreiche Album »Leben«, das Schiller mit Gästen am 25.11. live im Jolly Joker in Braunschweig präsentieren wird.

Als Christopher von Deylen gemeinsam mit Mirko von Schlieffen 1998 die erste Schiller-Maxi »Glockenspiel« auf den Markt warfen, legten sie den Grundstein für eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte. Was zunächst nur im Dance-Bereich für Furore sorgte, durchlief die verschiedensten Metamorphosen und erreichte mit dem Nummer-Eins-Album »Leben« seinen Höhepunkt. Nicht mehr nur Dance stand im Mittelpunkt sondern sphärische Chill-Out-Klänge in perfekter Harmonie, unterlegt mit den Stimmen von verschiedensten Stars wie Sarah Brightman, Peter Heppner (Wolfsheim), Kim Sanders (Culture Beat) oder Deine Lakaien-Sänger Veljanov. Eine simple Antwort hält Mastermind Christopher von Deylen auf die schwere Frage nach dem Grund des Erfolgs bereit: „Ich habe mir immer den Luxus erlaubt, die Musik zu machen, die mir gefällt“, erklärt der 33-Jährige im SUBWAY-Interview und erinnert sich an die Einflüsse die sein kreatives Schaffen beeinflusst haben: „Ich habe gerne Tangerine Dream und Jean-Michel Jarre gehört, hatte aber nie irgendwelche Berührungsängste. Deshalb bin ich wohl auch der einzige, der sich traut Peter Heppner und Sarah Brightman auf einem Album zusammenzubringen.“ Zusammenbringen spielte in der Schiller Historie schon immer eine große Rolle, obwohl von Deylen Schiller eher als Instrumental-Projekt sieht: „Schiller ist ein Instrumental-Hotel, in das sich gelegentlich Gäste verirren“. Überhaupt habe ihn „gesangslose“ Musik immer mehr berührt als andere, Grund genug für den Vollblutmusiker mit Harald Blüchel (Ex-Cosmic Baby) das Projekt Blüchel & von Deylen zu gründen, was für moderne„Kammermusik“ mit Soundtrackcharakter steht. Erst kürzlich erschien das zweite Album »Mare Stellaris« und bildete bei der vom „Stern“ initierten Himmelsschau „Lange Nacht der Sterne“ in über 160 Planetarien Deutschlands den Klangteppich. Eine Art „Auftragsarbeit“ war es auch, die von Deylen zu der Idee inspirierte, das Studioprojekt Schiller auf die Livebühne zu transferieren. „Der Sender ARTE fragte bei mir an, ob ich nicht Lust hätte mein Album »Weltreise« als eine ,Art Unplugged-Konzert für Erwachsene‘ für eine Fernsehsendung zu präsentieren.“ In Windeseile „castete“ er sich eine Band zusammen, die aus hochkarätigen, prominenten Musikern wie Christoph Papendieck (Jean-Michel Jarre-Keyboarder) oder Drummer Garry Wallis (Pink Floyd) bestand. „Alle haben großen Gefallen an der Sache gefunden“, berichtet von Deylen, „deshalb habe ich mich entschlossen mit dieser Band auf Tour zu gehen“. Wieso die Tour erst jetzt kommt, liegt in der langen planungsbedingten Vorlaufzeit begründet, denn für die stimmungsvoll-sphärischen Klänge sind die meisten Konzert-Locations schlichtweg untauglich: „Die Umsetzung des Ganzen hat sehr lange gedauert, deshalb gehen wir auch erst mit zweijähriger Verspätung auf Tour“, so von Deylen, der neben ausgefeilter Beleuchtung und Surroundsound auch „Einlassmusik“ produzierte, die die Besucher vor Konzertbeginn in die richtige Stimmung versetzen soll. Die überwältigende Resonanz auf die Live-Auftritte hat einerseits dazu geführt, dass bald eine Live-DVD erscheinen soll und ist andererseits eine Bestätigung dafür, bei der Live-Umsetzung das richtige Händchen gehabt zu haben: „Ich bin extrem glücklich, dass alles so gut funktioniert und immer wieder überrascht, mit welcher Gelassenheit die Band bei der Umsetzung der Schiller-Tracks auftritt“.

Text: Elmar von Cramon
Foto: Kevin Estrada

Schiller

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